Ortschaftsrat diskutiert über „Natura 2000“-Managementplan

  • UWerner
  • 8. November 2017

Von Eva Opitz

Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Tiengen am Montagabend stand die Stellungnahme der Stadt zum Entwurf eines vom Regierungspräsidium (RP) erstellten „Natura 2000“-Managementplans „Mooswälder bei Freiburg“. Zudem ging’s um die Neufassung der städtischen Sport-Förderungsrichtlinien sowie Anträge auf Verfügungsmittel.

Die Sitzung begann mit einem Einspruch von Stefan Haager (Aktive Bürger Tiengen, ABT) und Manfred Plank (ABT) zum Punkt Managementplan. Die Räte forderten dessen Absetzung von der Tagesordnung. Ihre Kritik richtete sich gegen die späte Bekanntgabe der Vorlage und den nicht lesbaren beigefügten Lageplan. „Wir wollen eine ordentliche Vorlage zur ordentlichen Zeit“, forderte Haager. Eine deutliche Mehrheit des Rates verständigte sich jedoch darauf, dem Referenten Harald Schaich vom Umweltschutzamt eine Chance zur Klärung zu geben. Dieser nutzte die Zeit zu erläutern, wie die Verspätung zustande gekommen sei und worum es in dem Managementplan gehe. Die europäische Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie legt fest, dass die Mitgliedsstaaten für die auf ihren Flächen gemeldeten „Natura 2000“-Gebiete (das sind FFH- und Vogelschutzgebiete) Pläne zur Erhaltung und Entwicklung vorlegen. Im Freiburger Fokus stehen die für Mooswälder typischen Lebensraumtypen, etwa der Eichen-Hainbuchen-Wald oder Fließgewässer mit Unterwasservegetation. Bei den FFH-Arten spielen immer wieder die Bechsteinfledermaus und ihre Wochenstuben sowie der Dohlenkrebs in den kleinen Flussläufen des Tunibergs eine wichtige Rolle. Der Krebs werde von eingewanderten Arten bedroht, berichtete Schaich. Er brauche beschattete Fließgewässer, während Libellen wie die Helm-Azurjungfer die Sonne liebten, führte Schaich einen der möglichen Konflikte an. In der Vogelschutzrichtlinie tauchen unter anderem Eisvogel, Kiebitz und Mittelspecht auf. „Bei allen Maßnahmen geht es um repräsentative und geschützte Arten und um deren Lebensräume“, sagte Schaich. Für die Flächen müssten Ziele zur Erhaltung festgelegt werden: „Unser Ziel ist vor allem ein günstiger Erhaltungszustand der Mooswälder.“ Für die Tiengener Gemarkung mache der Eichen-Hainbuchen-Wald im Gegensatz zu Auwäldern den größten Teil aus, informierte Schaich.
Die in der Vorlage zusammengefasste kritische Stellungnahme der Stadt zum Entwurf des RP konzentriert sich auf den Vorwurf, zu wenige aktuelle und bereits vorliegende Daten berücksichtigt zu haben. „Wir können gut mit dem Plan leben, haben jedoch Verbesserungswünsche“, so Schaich. Die Vorlage passierte den Rat mit knapper Mehrheit.

Einstimmig war dagegen das Votum für die Vorlage zur Sportförderung der Stadt. Herbert Mayer, Leiter des Sportreferats, informierte, dass mit der Neufassung der Richtlinien die finanzielle Unterstützung der Vereine der Kostenentwicklung der vergangenen Jahre angeglichen worden sei. Entscheidend verändert worden sei die Vorgabe zur Förderung des Behindertensports: „Es gibt keine Förderung nach Kopfzahl mehr, die Vereine stellen Anträge für einzelne Projekte.“ Die Richtlinien greifen zum Januar 2018 und schlagen im städtischen Haushalt mit Mehrausgaben von 65 000 Euro zu Buche.

In der Vogteistraße dürfen ein Wintergarten und ein Carport gebaut werden, so der Beschluss des Rates. Bei der Diskussion um zwei Anträge auf Verfügungsmittel herrschte schnell Einigkeit. Der Antrag auf Einbau eines Scheinwerfers mit Bewegungsmelder im First der Jugendhütte wurde bewilligt. Der Strahler kann sofort angebracht werden, da Restmittel die Summe von 600 Euro abdecken. Die Anschaffung zusätzlicher Street-Workout-Geräte wird dagegen ins neue Jahr verschoben. Die Räte halten am Plan fest, am Reutemattensee Sportgeräte für alle Altersklassen anzuschaffen, werden sich aber zunächst über einen schon bestehenden Sportpark in der March informieren. Karl-Heinz Geppert (Wählervereinigung Tiengener Bürger) berichtete, dass Tiengen bei der jüngsten Verkehrsbegehung unter anderem die Zusage erhalten habe, dass auf der Freiburger Landstraße in Höhe des Tuniberghauses eine Überquerung eingerichtet werde und dass im Wohngebiet Maierbrühl an den Kreuzungen Bordsteinkanten abgesenkt würden.
Sitzungsdauer: 120 Minuten.
Teilnehmer: alle zwölf Räte.
Zuhörer: neun.

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