Beim Rheintalbahnausbau sind für Tiengen noch einige Fragen offen

  • UWerner
  • 9. März 2017

(Von Eva Opitz, BZ)

Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Tiengen beanspruchte der Ausbau des 3. und 4. Gleises der Rheintalbahn mit den Folgen für Tiengen nahezu die ganze Sitzung. Die Teilnahme am Online-Forum/Beteiligungshaushalt war dagegen nur kurz ein Thema.

Groß war das Interesse am Vortrag von Wilderich Kalthoff vom städtischen Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung zum Sachstand beim Aus- und Neubau der Rheintalbahn. Die Stadt Freiburg als Leiterin des „Regionalen Begleitgremiums Güterumfahrung Freiburg“ habe bereits mit der Bahn über den Schallschutz im Planfeststellungs-Abschnitt 8.2 verhandelt. „Wir hatten aber schnell erkannt, dass wir da nicht weiterkommen“, sagte der Projektleiter. Schalltechnisch sei die Planung des Ausbaus nicht nachvollziehbar gewesen, so dass die Stadt einen eigenen Gutachter für Schallschutz beauftragt habe, den die Bahn akzeptiere. Ein wichtiger Punkt seien die Naherholungsgebiete, die näher an den Gleisen liegen als die Häuser. „Die Bahn muss das berücksichtigen“, so Kalthoff. Das gelte auch für den geplanten Tiengener Sport- und Naherholungspark „Reutemattensee“. Es mache keinen Sinn, dafür viel Geld auszugeben, ohne den nötigen Schallschutz zu haben.
Insgesamt zeige die Planung aber, dass Tiengen gut geschützt sei, so Kalthoff: Der Schallschutz für die äußere Randbebauung in Tiengen liege fast ausschließlich innerhalb des ausgehandelten Grenzwertes von 49 Dezibel. Ein Problem stelle sich mit der Lärmschutzwand zwischen Autobahn und Trasse, an der der Lärm von der Autobahn reflektiert werde: „Wir setzen uns wie beim Abschnitt A.1 auch in Tiengen für eine hochabsorbierende Schallschutzwand zur Autobahn hin ein.“ „Der Lärm von der Autobahn ist jetzt schon unerträglich“, sagte Ortschaftsrat Eric Schüler (Wählervereinigung Tiengener Bürger, WTB) und unterstrich die Forderung der Stadt.

Als weiteres Problem könne sich auch der sogenannte Tunnelknall erweisen, der bei der Durchfahrt durch den geplanten Schacht beim Alemannenhügel in Nähe der Autobahnraststätte Breisgau entstehe. Da liege die Trasse schon tiefer. Sie könne aber nicht weiter abgesenkt werden, da sonst ein wichtiger landwirtschaftlich genutzter Weg vor dem Schachteingang unterbrochen werde. „Wenn der Gutachter das als einen Diskussionspunkt sieht, werden wir wegen des Tunnelknalls Schallschutz fordern“, so Kalthoff.

Stadt fordert Behelfsbrücke während der Bauzeit

Wichtig war den Räten auch Dauer und Umfang der Bauarbeiten. Ob die Brücke über die Autobahn abgerissen werde und Tiengen damit die Zufahrt zur Autobahn verliere, wollte Barbara Trefzger-Zirm (Unabhängige Bürgerinnen und Bürger) wissen. Ob die Brücke wie bei der Zufahrt Nord erhalten bleibe, konnte Kalthoff nicht beantworten. „Wir fordern jedoch für Mitte und Süd bei Abriss Behelfsbrücken für die Bauzeit“, erklärte der Projektleiter. Die härteste Nuss für die Bahn sei die Forderung zwischen den Abfahrten Freiburg-Mitte und -Süd nach einem geringen Abstand zwischen Gleisen und Autobahn, damit aus Gründen des Naturschutzes möglichst wenig wertvolles Land verloren gehe. Dafür müsse aus Sicherheitsgründen eine Betonmauer zwischen Trasse und A 5 gebaut werden. „Ein Nebeneffekt ist der Schallschutz, den eine solche Betonmauer bewirkt.“

Wilhelm Schlatter (WTB) wollte geklärt haben, dass der Abraum der Baustelle nicht durchs Dorf transportiert wird. „Das haben wir auf der Liste“, bestätigte Kalthoff: „Unsere Argumente sind die Auswirkungen auf die Bevölkerung, alles andere ist Sache der Bahn.“ Er wies darauf hin, dass die konkreten Pläne der Bahn erst bei der „frühen Beteiligung der Öffentlichkeit“ – möglicherweise im Sommer – bekannt gegeben werden.

Nur kurz kam die Vorlage zur Beteiligung im Online-Forum/Beteiligungshaushalt 2017/18 im Rat zur Sprache. Trotz erfreulicher Zunahme der Kommentare und Bewertungen sahen die Räte das Projekt kritisch. Das Forum sollte benutzerfreundlicher gestaltet werden. Anmelden und anklicken seien zu kompliziert. Was könne getan werden, damit sich mehr Bürger beteiligten, war zudem eine der zentralen Fragen.

Auf regen Zuspruch stieß der zum ersten Mal an den Anfang gesetzte Tagesordnungspunkt „Bürgerfragen“. Wie es mit den Baugebieten weitergehe, wieso noch Split auf den Bürgersteigen liege, obwohl es keinen Schneefall mehr gebe und wie es mit dem Sport- und Erholungspark weitergehe, wollten die Bürger wissen.
Sitzungsdauer: 85 Minuten.
Teilnehmer: elf von zwölf 12 Räten.
Zuhörer:17.

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